Die oberflächennahen Böden im Wiesbadener Stadtgebiet sind stark durch die quartären Taunusrand-Ablagerungen geprägt. In Tallagen wie Schierstein oder Biebrich begegnen uns oft bindige Auenlehme mit wechselnden Sandlinsen, während die Hanglagen am Taunusrand von Verwitterungstonen und eingelagerten Schieferbruchstücken dominiert werden. Wer hier einen Straßenoberbau dimensioniert, muss die Tragfähigkeit des Untergrunds präzise kennen, denn die Schwankungsbreite der CBR-Werte liegt in Wiesbaden je nach geologischer Einheit zwischen 3 % und über 15 %. Eine CBR-Studie für den Straßenentwurf liefert den unverzichtbaren Kennwert für die RStO-Bemessung. Der California Bearing Ratio-Versuch bildet das Verhalten des Bodens unter wiederholter Radlast ab und erlaubt eine realitätsnahe Festlegung der erforderlichen Oberbaudicke. Ergänzend zur CBR-Studie setzen wir bei stark heterogenen Schichtfolgen die Korngrößenanalyse ein, um die Frostempfindlichkeitsklasse exakt abzuleiten und den Oberbau entsprechend zu dimensionieren.
Ein um 2 Prozentpunkte höherer CBR-Wert kann die erforderliche Asphaltdicke um über 4 cm reduzieren – das spart Material und Bauzeit.
Ablauf und Umfang
Standortspezifische Faktoren
Das historische Wachstum Wiesbadens, von der römischen Siedlung Aquae Mattiacorum zur heutigen Landeshauptstadt, hat eine heterogene Untergrundsituation geschaffen. Altaufschüttungen im Innenstadtbereich, Trümmerschutt des Zweiten Weltkriegs und wechselnde Auffüllungshorizonte der Nachkriegszeit durchziehen den Baugrund. Wer auf solchen Flächen ohne CBR-Studie baut, riskiert Setzungsdifferenzen und vorzeitige Spurrinnenbildung im Asphalt. Besonders kritisch sind die ehemaligen Bachläufe wie der Salzbach, die heute kanalisiert unter dem Stadtkern verlaufen und deren Talfüllungen aus organischen Weichschichten bestehen. Ein CBR-Wert unter 5 % im Planum erfordert nach RStO zwingend eine Bodenverbesserung oder einen zusätzlichen Tragschichtaufbau. Unsere CBR-Studie für den Straßenentwurf identifiziert diese Schwachzonen zuverlässig, sodass die Ausschreibung von vornherein das korrekte Oberbauprofil enthält und keine Nachtragsforderungen wegen unerwartet schlechten Untergrunds entstehen.
Referenznormen
DIN EN 13286-47:2021 – Ungebundene und hydraulisch gebundene Gemische – CBR-Prüfung, RStO 12 – Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaus von Verkehrsflächen (FGSV 499), ZTV E-StB 17 – Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Erdarbeiten im Straßenbau, DIN 18196 – Bodenklassifikation für bautechnische Zwecke
Ergänzende Leistungen
CBR-Laborversuch nach DIN EN 13286-47
Statischer Eindringversuch an verdichteten Proben mit 4-tägiger Tauchlagerung. Messung bei 2,5 mm und 5,0 mm Eindringtiefe, Ausgabe des CBR-Wertes in Prozent. Geeignet für alle Boden- und Schottergemische des Straßenbaus in Wiesbaden und Umgebung.
Kombinierte Tragfähigkeitsbewertung Planum
Verknüpfung von CBR-Laborwerten mit dynamischen Plattendruckversuchen vor Ort (Evd/Ev2) zur Schichtsteifigkeit. Erstellung des kompletten RStO-Bemessungsprofils für Asphalt- und Pflasterbefestigungen unter Berücksichtigung der lokalen Frosteinwirkungszone II.
Typische Parameter
Häufig gestellte Fragen
Was kostet eine CBR-Studie für den Straßenentwurf in Wiesbaden?
Für eine normgerechte CBR-Studie mit Probenahme, Laborversuch und Prüfbericht liegt der Aufwand zwischen 170 und 250 Euro pro Probe. Der genaue Preis hängt von der Anzahl der Proben und den erforderlichen Zusatzversuchen wie Proctor oder Sieblinie ab.
Welche CBR-Werte verlangt die RStO für den Wiesbadener Untergrund?
Die RStO 12 fordert auf dem Planum einen Verformungsmodul Ev2 von mindestens 45 MN/m², was je nach Bodenart einem CBR-Wert von etwa 5–7 % entspricht. Bei Frosteinwirkungszone II und bindigen Böden in Wiesbaden empfehlen wir, einen CBR-Wert von mindestens 8 % nach Verdichtung anzustreben, um die geforderte Tragfähigkeit dauerhaft zu gewährleisten.
Wie viele CBR-Proben braucht man für ein typisches Straßenbauprojekt in Wiesbaden?
Nach ZTV E-StB 17 orientiert sich die Probenzahl an der Homogenität des Untergrundes und der Fläche. Für ein mittelgroßes Erschließungsgebiet im Wiesbadener Raum, oft mit wechselnden Verwitterungsböden, sind mindestens eine Probe je 1.000 m² oder je anstehendem Bodentyp sinnvoll, bei heterogenen Verhältnissen entsprechend mehr.
Kann man den CBR-Wert aus dem Plattendruckversuch ableiten?
Eine direkte Umrechnung von Ev2-Werten in CBR-Werte ist wissenschaftlich nicht exakt, da der CBR-Versuch unter Wasserlagerung das Langzeitverhalten abbildet und der Plattendruckversuch die Kurzzeitsteifigkeit. Wir führen beide Versuche parallel durch, weil die Korrelation bodenartabhängig ist und in Wiesbadener Auelehmen andere Umrechnungsfaktoren gelten als im Taunusverwitterungsschutt.
