In Wiesbaden zeigt sich oft ein typisches Problem: Die Böden am Hangfuß des Taunus wechseln auf kurzer Distanz von verwittertem Schiefer zu quartären Kiesen und teils bindigen Deckschichten. Wer hier eine flexible Fahrbahn dimensioniert, braucht mehr als Tabellenwerte. Wir sehen im Labor immer wieder, dass der CBR-Wert auf derselben Trasse um Faktor zwei springen kann – das schlägt direkt auf die Asphaltdicke durch. Bevor Sie also Aufbau A oder B nach RStO wählen, klären wir mit CBR-Versuchen und Korngrößenanalysen die tatsächliche Tragfähigkeit des Planums. Nur so vermeiden Sie teure Nachbesserungen nach dem ersten Frost-Tau-Wechsel auf der B 455 oder im Gewerbegebiet Petersweg.
Ein CBR von 15 % auf Wiesbadener Schieferverwitterung erlaubt oft eine Reduktion der Asphalttragschicht – vorausgesetzt, die Frostempfindlichkeit ist Klasse F1.
Ablauf und Umfang
Standortspezifische Faktoren
Wiesbaden liegt in der Frosteinwirkungszone II, und die mittlere Jahrestemperatur von rund 10,5 °C täuscht über die tatsächliche Frosttiefe hinweg. Gerade in den Tallagen sammelt sich Kaltluft, und ohne ausreichende Frostschutzschicht aus gebrochener Gesteinskörnung der Kategorie F1 oder F2 setzt es innerhalb von zwei Wintern Hebungen und Risse. Der zweite kritische Punkt ist die ungleichmäßige Verdichtung auf dem oft hängigen Gelände – hier messen wir mit der Sandkegel-Dichte nach, weil Kernbohrungen im frischen Asphalt zu spät kommen. Unterschätzte Verkehrslasten sind ein Wiesbadener Thema: Buslinien mit Gelenkbussen auf innerstädtischen Achsen bringen Belastungen, die eine Bemessung nach BK 1,8 erzwingen. Wir rechnen die äquivalenten 10-t-Achsübergänge konkret für Ihre Trasse, nicht pauschal.
Referenznormen
RStO 12 – Richtlinien für die Standardisierung des Oberbaus von Verkehrsflächen, DIN EN 13286-47 – CBR-Prüfung, DIN 18134 – Plattendruckversuch, ZTV Asphalt-StB 07/13 – Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen, ZTV E-StB 17 – Erdarbeiten im Straßenbau
Ergänzende Leistungen
CBR-Laborprüfung
Verdichtete Proben nach Proctor, Tauchlagerung über vier Tage und Eindringwiderstandsmessung – der klassische CBR für Ihre Tragfähigkeitsklasse.
Aufbaubemessung nach RStO
Ermittlung der Belastungsklasse aus Verkehrsdaten, Festlegung von Deck-, Trag- und Frostschutzschicht inklusive Dicken und Verdichtungsgraden.
Qualitätskontrolle im Feld
Verdichtungskontrolle mit Sandkegel oder Plattendruckversuch auf dem Planum und der Frostschutzschicht vor Asphalteinbau.
Typische Parameter
Häufig gestellte Fragen
Welcher CBR-Wert ist für eine flexible Fahrbahn in Wiesbaden ausreichend?
Auf dem Planum fordern wir mindestens CBR 25 %, auf der Frostschutzschicht CBR 40 %. Bei geringeren Werten auf dem anstehenden Boden rechnen wir mit einer Bodenaustauschschicht oder einer dickeren Frostschutzschicht, um die geforderte Tragfähigkeit zu erreichen.
Was kostet eine Bemessung flexibler Fahrbahnen im Labor?
Die Kosten liegen je nach Umfang der Voruntersuchungen zwischen 1.660 und 4.470 Euro. Enthalten sind Proctorversuch, CBR-Prüfung, Sieblinie und der Bemessungsbericht mit Aufbaugrafik.
Wie lange dauert eine Fahrbahnbemessung vom Probeneingang bis zum Bericht?
Rechnen Sie mit sieben bis zehn Werktagen. Die CBR-Prüfung braucht vier Tage Tauchlagerung, dazu kommen Proctorversuch, Siebanalyse und die rechnerische Aufbaubemessung.
Können Sie auch bestehende Asphaltaufbauten in Wiesbaden bewerten?
Ja, wir entnehmen Bohrkerne aus der bestehenden Fahrbahn, bestimmen Schichtdicken und Hohlraumgehalte im Labor und vergleichen die Resttragfähigkeit mit den aktuellen Verkehrslasten. So sehen Sie, ob eine Verstärkung nötig ist oder eine Deckensanierung reicht.
