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Pfahlgründungsbemessung in Wiesbaden: Geotechnische Nachweise für tragfähige Tiefgründungen

In Wiesbaden zeigt sich bei Baugrundaufschlüssen immer wieder dasselbe Bild: Unter einer oft nur wenige Meter mächtigen Decklage aus Lösslehm folgen die stark verwitterten Phyllite und Grünschiefer des Taunusquarzits, durchsetzt von Hangschutt mit blockigen Einlagerungen. Tragfähiger Fels steht selten oberhalb von 6 m an, und die quartären Kiese der Rheinterrassen im Süden des Stadtgebiets bei Biebrich und Schierstein lassen eine Flachgründung nur bei leichten Hallentragwerken zu. Wer im Wiesbadener Stadtgebiet ein mehrgeschossiges Bauwerk plant, muss die Pfahlgründungsbemessung von Anfang an in die Tragwerksplanung einbinden. Unser Team führt die erforderlichen Pfahlwiderstände auf Basis der Ergebnisse aus der SPT-Bohrung und ergänzenden Drucksondierungen und leitet daraus die charakteristischen Mantelreibungs- und Spitzendruckwerte ab. Die Übertragung der Erkundungsdaten in das Bodenmodell erfolgt nach den Empfehlungen des Arbeitskreises Pfähle (EA-Pfähle) und wird durch Laborversuche nach DIN EN ISO 17892 abgesichert. Nur so lassen sich Setzungsprognosen erstellen, die auch bei heterogenem Baugrund im Taunusvorland Bestand haben.

Die Tragfähigkeit eines Pfahls im Taunushangschutt wird maßgeblich durch den Verzahnungsgrad mit dem anstehenden Fels bestimmt — Erfahrungswerte aus lokalen Probebelastungen sind hier unverzichtbar.

Ablauf und Umfang

Die Pfahlgründungsbemessung in Wiesbaden erfordert eine sorgfältige Differenzierung der Gründungshorizonte. Im zentralen Talkessel um die B 54 stehen oft verwitterte Schiefer an, deren Tragverhalten stark von der Klüftung abhängt. Hier setzen wir auf eine Kombination aus Korngrößenanalyse und Indexversuchen, um die Verwitterungsstufe nach DIN EN ISO 14689 zu klassifizieren und die Scherparameter für die Mantelreibung abzuleiten. Etwa 4 km südlich, im Bereich der Mainzer Straße, dominieren dagegen sandig-kiesige Terrassenablagerungen mit Einlagerungen von organischen Schluffen, bei denen die Pfahlherstellung oft eine Bohrlochstützung erfordert. In diesen Formationen ergänzen wir die Bemessung durch in-situ-Durchlässigkeitsversuche, um den Einfluss des Grundwassers auf die Bohrlochstabilität zu quantifizieren. Für die Ermittlung des Spitzendrucks im Fels greifen wir auf Erfahrungswerte aus CPT-Versuchen zurück, die mit Kernbohrungen kalibriert wurden und eine realistische Einschätzung der Pfropfenbildung bei offenen Stahlrohrpfählen ermöglichen. Jeder Bemessungsbericht enthält eine explizite Angabe des Teilsicherheitskonzepts nach EC 7-1, sodass der Tragwerksplaner die Werte direkt in die statische Berechnung übernehmen kann.
Pfahlgründungsbemessung in Wiesbaden: Geotechnische Nachweise für tragfähige Tiefgründungen

Standortspezifische Faktoren

Ein klassischer Fehler bei der Bemessung in Wiesbaden ist die pauschale Übernahme von Erfahrungswerten für Mantelreibung aus Lockergesteinstabellen auf den angewitterten Fels. Im Bereich des Kurparks und der Wilhelmstraße haben wir mehrfach gesehen, dass Planer den Übergang vom quartären Hanglehm zum völlig verwitterten Schiefer nicht als eigenständigen Horizont modellieren und dadurch die Pfahllängen um 2 bis 3 m unterschätzen. Die Folge sind unerwartete Setzungen, die bei empfindlicher Altbaubebauung schnell kritisch werden. Ein weiteres Risiko besteht in der Vernachlässigung des Gruppenwirkungsgrads bei Bohrpfahlwänden, wie sie für Tiefgaragen unter den Wiesbadener Stadthäusern oft erforderlich sind — ohne Berücksichtigung der Pfahl-Boden-Pfahl-Interaktion kann die effektive Steifigkeit der Gründung um 15 bis 25 % niedriger ausfallen als gerechnet. Bei Mikropfählen im Taunushangschutt ist zudem der Nachweis gegen Knicken im weichen Verwitterungslehm zu führen, ein Punkt, der in Standardbemessungen gern übersehen wird.

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Referenznormen

DIN EN 1997-1:2009-09 (Eurocode 7: Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik — Teil 1: Allgemeine Regeln), DIN 1054:2010-12 (Baugrund — Sicherheitsnachweise im Erd- und Grundbau — Ergänzende Regelungen zu DIN EN 1997-1), EA-Pfähle (Empfehlungen des Arbeitskreises Pfähle), 2. Auflage, DIN EN 1536:2010-12 (Ausführung von Arbeiten im Spezialtiefbau — Bohrpfähle), DIN EN ISO 22475-1:2007-01 (Geotechnische Erkundung und Untersuchung — Probenentnahmeverfahren und Grundwassermessungen)

Ergänzende Leistungen

01

Pfahltragfähigkeit nach EC 7

Ableitung charakteristischer Pfahlwiderstände auf Basis von Drucksondierungen und Laborversuchen. Berechnung der Druck- und Zugtragfähigkeit für Einzelpfähle und Pfahlgruppen mit Berücksichtigung der Mantelreibungstabellen nach EA-Pfähle, abgestimmt auf die Wiesbadener Baugrundformationen.

02

Probebelastung und Qualitätssicherung

Planung und Auswertung dynamischer Pfahlprobebelastungen mit PDA-Messsystem zur Validierung der Bemessungsannahmen. Bei Großprojekten im Wiesbadener Raum begleiten wir statische Probebelastungen und dokumentieren die Last-Setzungs-Kurven für das Baugrundgutachten.

03

Baugrundmodell und 3D-Pfahlbemessung

Erstellung eines dreidimensionalen Baugrundmodells aus allen Aufschlüssen mit Übergabe als IFC-Datei für das BIM-Modell des Tragwerksplaners. FE-basierte Bemessung von Pfahl-Platten-Gründungen für Hochhäuser und Brückenbauwerke im Stadtgebiet.

Typische Parameter

ParameterTypischer Wert
BemessungsnormDIN EN 1997-1 (EC 7-1) mit DIN 1054:2010-12
PfahltypenBohrpfähle, Verdrängungspfähle, Mikropfähle (GEWI-System)
Erkundungstiefe≥ 3 × Pfahlschaftdurchmesser unter Pfahlfuß, min. 5 m
NachweisverfahrenÄußere Tragfähigkeit (Druck/Zug), innere Tragfähigkeit, Mantelreibungstabellen nach EA-Pfähle
SetzungsberechnungElastisches Verfahren mit Interaktionsfaktoren, ggf. FE-Modellierung
PrüfverfahrenDynamische Pfahlprobebelastung (PDA), statische Probebelastung nach DIN 1054
LaborversucheEinaxialer Druckversuch an Fels, Rahmenscherversuch an Kluftflächen, Ödometerversuch an bindigen Böden
BerichtsumfangBaugrundmodell, Pfahlwiderstandssetzungslinie, charakteristische Kennwerte, Gruppenwirkungsgrad

Häufig gestellte Fragen

Welche Pfahlsysteme sind für den Wiesbadener Baugrund im Taunushangschutt geeignet?

Im Wiesbadener Stadtgebiet haben sich großkalibrige Bohrpfähle mit Durchmessern von 880 bis 1.200 mm bewährt, da sie die blockigen Verwitterungshorizonte sicher durchörtern und im Fels eine zuverlässige Fußaufstandsfläche bieten. Für Nachgründungen unter beengten Verhältnissen, etwa in der Innenstadt, kommen verpresste Mikropfähle (GEWI 63,5 mm) zum Einsatz, die mit einem Bohrhammer durch den Schutt abgeteuft und im Fels verankert werden.

Wie lange dauert eine vollständige Pfahlgründungsbemessung von der Erkundung bis zum Prüfbericht?

Die Dauer hängt vom Projektumfang ab. Bei einem typischen Mehrfamilienhaus in Wiesbaden mit 3 Bohrungen und ergänzenden Drucksondierungen rechnen Sie mit 4 bis 5 Wochen für die Feldarbeiten und Laborversuche plus 2 bis 3 Wochen für die Auswertung und den Bemessungsbericht. Bei Großprojekten mit statischen Probebelastungen kann die Gesamtdauer 10 bis 12 Wochen betragen.

Mit welchen Kosten muss ich für eine Pfahlgründungsbemessung in Wiesbaden rechnen?

Für die reine Bemessung einer Pfahlgründung in Wiesbaden — inklusive Baugrundmodell, Ableitung der charakteristischen Widerstände und Erstellung des geotechnischen Berichts — liegen die Kosten je nach Pfahlanzahl und Erkundungsumfang zwischen €1.600 und €5.130. Die Kosten für die zugehörigen Erkundungsbohrungen und Laborversuche sind darin noch nicht enthalten.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Wiesbaden und Umgebung.

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