Wiesbaden liegt auf rund 115 m ü. NHN am Übergang des Rheinischen Schiefergebirges zum Mainzer Becken, was zu einem häufigen Wechsel zwischen tertiären Tonen, Sanden und quartären Kiesen führt. Gerade im Talkessel und entlang der Salzbach-Niederung reichen einfache Sondierungen oft nicht aus, um die Baugrundtragfähigkeit sicher zu beurteilen. Die Drucksondierung (CPT) liefert hier einen nahezu lückenlosen Tiefenverlauf des Spitzendrucks und der lokalen Mantelreibung – ein entscheidender Vorteil, wenn Fundamente in heterogenen Schichten abgesetzt werden sollen. Anders als bei gestörten Proben aus einer Schürfgrube erfasst das CPT-Verfahren das in-situ-Verhalten des Bodens unmittelbar. Wer im Wiesbadener Stadtgebiet auf eine CPT-Drucksondierung setzt, erhält in kurzer Zeit Kennwerte, die sowohl für Flachgründungen als auch für die Bemessung von Pfählen unverzichtbar sind.
Ein lückenloses qc-Profil aus der CPT-Drucksondierung zeigt Setzungsrisiken, bevor der erste Bagger rollt.
Ablauf und Umfang
Standortspezifische Faktoren
Die städtebauliche Entwicklung Wiesbadens reicht vom historischen Kern um das Kochbrunnengebiet bis zu den Hanglagen in Sonnenberg und Bierstadt, wo oft auf verfüllten Hohlwegen oder in alten Weinbergterrassen gebaut wird. Wer in solchen Zonen auf eine CPT-Sondierung verzichtet, läuft Gefahr, lokal begrenzte Weichschichten oder gründungsfeindliche Auffüllungen zu übersehen. Besonders kritisch wird dies bei Streifenfundamenten auf den tonreichen Tertiärböden, die bei wechselnder Wasserführung zu Schrumpfen und Quellen neigen. Eine CPT-Messung deckt zudem Schichtverdichtungen auf, die durch frühere Bauaktivitäten oder Aufschüttungen entstanden sind. In Kombination mit dem geotechnischen Bericht lassen sich so Setzungsdifferenzen präzise prognostizieren und durch Anpassung der Gründungstiefe oder Bodenaustauschmaßnahmen sicher beherrschen.
Referenznormen
DIN EN ISO 22476-1:2013 – Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Felduntersuchungen – Teil 1: Drucksondierungen mit elektrischen Messwertaufnehmern, Eurocode 7 (EN 1997-2:2007) – Geotechnische Bemessung – Erkundung und Untersuchung des Baugrunds, DIN 4020 – Geotechnische Untersuchungen für bautechnische Zwecke, DIN 1054 – Baugrund – Sicherheitsnachweise im Erd- und Grundbau
Ergänzende Leistungen
Piezocone-Drucksondierung (CPTu)
Erweiterte CPT-Variante mit Porenwasserdruckaufnehmer zur Bestimmung des Konsolidierungsgrads bindiger Schichten. In Wiesbaden besonders aufschlussreich in den teils wasserführenden Sandlinsen des Quartärs.
CPT mit Tiefenbegrenzung für Kiesbarrieren
Einsatz von Vor- und Nachsondierungen, sobald die quartären Kiese der Taunus-Vorschüttung anstehen. Inklusive Dokumentation des Eindringwiderstands zur Abschätzung der Rammbarkeit von Spundwänden.
Typische Parameter
Häufig gestellte Fragen
Ab welcher Tiefe ist eine CPT-Sondierung in Wiesbaden sinnvoll?
Die Sondiertiefe richtet sich nach der Gründungsart und der lokalen Geologie. Bei Einfamilienhäusern im Talkessel reichen meist 8 bis 12 m, während für Hochbauprojekte mit Tiefgaragen im Bereich der Biebricher Allee Sondierungen bis 20 m erforderlich sein können. Die Messung endet entweder bei Erreichen der gewünschten Tiefe oder wenn der Spitzendruck die Geräteleistung übersteigt.
Welcher Kostenspielraum gilt für eine CPT-Drucksondierung?
Die Kosten für eine CPT-Sondierung in Wiesbaden liegen je nach Tiefe und Messkonfiguration zwischen €160 und €240 pro Sondierpunkt. Die Endsumme hängt von der Anzahl der Sondierpunkte, der Zugänglichkeit des Geländes und der Notwendigkeit einer Porenwasserdruckmessung ab.
Kann die CPT die Rammsondierung nach DIN 4094 ersetzen?
In den meisten Fällen ja. Die CPT liefert im Vergleich zur schweren Rammsondierung ein kontinuierliches Tiefenprofil und zusätzlich die Mantelreibung, was eine Bodenklassifikation ohne Probenahme ermöglicht. Lediglich bei sehr grobkörnigen Böden mit Steinen > 5 cm stößt die CPT an ihre Grenzen und wird durch Rammkernsondierungen ergänzt.
Wie lange dauert eine CPT-Sondierung vor Ort?
Eine einzelne Sondierung bis 15 m Tiefe nimmt in der Regel zwischen 45 und 90 Minuten in Anspruch, sofern der Untergrund frei von Hindernissen ist. Hinzu kommen der Auf- und Abbau des Sondiergeräts sowie die Einmessung der Ansatzpunkte. Die Auswertung und der Prüfbericht liegen innerhalb weniger Werktage vor.
