Die Thermalquellen von Wiesbaden, bekannt seit der Römerzeit, prägen das Stadtbild – doch unter der Oberfläche bestimmen die tertiären Tone und quartären Kiese des Oberrheingrabens die bautechnischen Herausforderungen. Auf 115 m ü. NHN, zwischen Taunushängen und Rheinauen, entscheidet die Korngrößenanalyse über Tragfähigkeit und Dränage nahezu jedes Bauvorhabens. In unserer Erfahrung reicht ein Blick auf die Baugrube nicht aus, um zu beurteilen, ob ein Boden als frostsicherer Unterbau taugt oder ob Feinkornanteile die Verdichtung gefährden. Genau hier setzt die kombinierte Sieb- und Hydrometeranalyse an – sie trennt Grob- und Feinkorn exakt und liefert die Basis für Frostklassifikation und Durchlässigkeitsbeiwerte nach DIN 18123. Wenn Sie im Wiesbadener Stadtgebiet mit heterogenen Auffüllungen oder schluffigen Verwitterungsböden planen, kombinieren wir die Sieblinie mit gezielten Atterberg-Grenzen, um die Plastizität der bindigen Anteile zu bewerten. Gerade in Hanglagen des Nerotals oder bei Erschließungen in Biebrich kann die Kornverteilung den Unterschied zwischen funktionierender Rigole und langfristigem Wasserstau ausmachen.
Eine Kornsummenkurve aus Wiesbaden zeigt oft einen Knick bei 0,2 mm – das ist der Übergang vom Taunusquarzit-Grus zum Lösslehm, und genau dort entscheidet sich die Frostempfindlichkeit.
Ablauf und Umfang
Standortspezifische Faktoren
Die geologische Situation Wiesbadens ist geprägt von einer Wechsellagerung aus tertiären Tonen, sandigen Schluffen und quartären Terrassenkiesen – dazu kommen mächtige anthropogene Auffüllungen im Innenstadtbereich. In Bohrungen treffen wir regelmäßig auf Schichten, die oberflächlich grobkörnig wirken, aber ab 60 cm Tiefe einen Feinkornanteil von über 40 Prozent aufweisen. Das Tückische daran: solche Böden sind stark frostempfindlich und neigen bei Wasserzutritt zu Tragfähigkeitsverlust, was ohne Sieblinie oft erst beim Frost-Tau-Wechsel im ersten Winter sichtbar wird. Für Versickerungsanlagen nach DWA-A 138 ist die Kornverteilung ohnehin das zentrale Kriterium – hier entscheidet die Hydrometeranalyse über die Zulässigkeit des Bemessungs-kf-Werts. Ergänzend zur Sieblinie setzen wir bei bindigen Horizonten auf den Triaxialversuch, um die Scherfestigkeit direkt am Kernmaterial zu bestimmen, was bei tiefen Aushubsohlen in Wiesbaden-Sonnenberg regelmäßig gefordert wird. Ohne granulometrische Kennwerte bleibt jede Frostschutzbemessung und jede Dränageplanung eine Annahme – und Annahmen werden im Baugrund teuer.
Referenznormen
DIN 18123 – Baugrund, Untersuchung von Bodenproben – Bestimmung der Korngrößenverteilung, DIN EN ISO 17892-4 – Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Laborversuche an Bodenproben – Teil 4: Bestimmung der Korngrößenverteilung, DWA-A 138 – Planung, Bau und Betrieb von Anlagen zur Versickerung von Niederschlagswasser, ZTV E-StB – Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Erdarbeiten im Straßenbau
Ergänzende Leistungen
Siebanalyse (Nass- und Trockensiebung)
Prüfsiebung nach DIN 18123 für Kornfraktionen von 0,063 mm bis 125 mm. Nasssiebung bei bindigen Anteilen zur Vermeidung von Kornverklebungen, inklusive Bestimmung von Ungleichförmigkeitsgrad und Krümmungszahl.
Hydrometeranalyse (Aräometerverfahren)
Sedimentationsanalyse für den Feinkornanteil < 0,063 mm nach dem Aräometerverfahren mit Dispergierungsmittel. Auswertung der Schluff- und Tonfraktion für die exakte Bodenansprache nach DIN 18196.
Frostempfindlichkeitsklasse und kf-Wert-Ableitung
Klassifikation in Frostempfindlichkeitsklassen F1 bis F3 nach ZTV E-StB und Abschätzung des Durchlässigkeitsbeiwerts aus der Sieblinie nach Hazen, Beyer oder Seelheim, abgestimmt auf die lokalen Bedingungen der Wiesbadener Terrassenkiese.
Typische Parameter
Häufig gestellte Fragen
Was kostet eine vollständige Korngrößenanalyse mit Siebung und Hydrometer in Wiesbaden?
Für eine kombinierte Sieb- und Sedimentationsanalyse nach DIN 18123 liegen die Kosten im Raum Wiesbaden typischerweise zwischen €90 und €170, abhängig vom Feinkornanteil und ob eine Nasssiebung erforderlich ist. Bei bindigen Böden mit hohem Tonanteil ist das Hydrometerverfahren zwingend, was den Aufwand erhöht. Wir erstellen ein Festpreisangebot nach Erhalt der Proben oder nach einer ersten Kurzansprache.
Warum reicht eine reine Siebung ohne Hydrometer in Wiesbaden oft nicht aus?
Viele Wiesbadener Baugrundprofile enthalten Lösslehme und tonige Verwitterungsböden mit Feinkornanteilen deutlich über 15 Prozent. Ohne Hydrometeranalyse bleibt die Tonfraktion unbekannt, was die Bodenklassifikation nach DIN 18196 unvollständig macht. Gerade für die Frostsicherheit und die kf-Wert-Ermittlung für Versickerungsanlagen ist die komplette Kornsummenkurve mit dem Feinkornast unverzichtbar.
Wie lange dauert eine Korngrößenanalyse im Labor?
Die Siebanalyse ist in der Regel innerhalb von zwei Arbeitstagen abgeschlossen. Die Hydrometeranalyse dauert wegen der Sedimentationszeiten und der erforderlichen Temperaturkonstanz etwa drei bis fünf Arbeitstage. In dringenden Fällen können wir die Ergebnisse vorab per E-Mail übermitteln, das vollständige Prüfprotokoll folgt dann im Gutachten.
