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SPT (Standard Penetration Test) in Wiesbaden: Normgerechte Baugrunderkundung für den Taunusrand

In Wiesbaden begegnet uns bei der Baugrunderkundung immer wieder das gleiche Bild: oberflächennah verwitterte Schiefer und Quarzite des Rheinischen Schiefergebirges, die in den Hanglagen des Taunus abrupt in dicht gelagerte Kiese der Terrassen übergehen. Wer hier ohne normgerechten SPT plant, unterschätzt die Tragfähigkeitsschwankungen auf kürzester Distanz. Der Standard Penetration Test liefert uns alle 1,5 Meter einen verlässlichen N-Wert, den wir direkt mit den Erfahrungswerten aus über 200 Bohrprofilen im Stadtgebiet abgleichen – von Biebrich bis Sonnenberg. Gerade in den Auen der Salzbach-Niederung, wo die hessische Landeshauptstadt mit rund 290.000 Einwohnern auf quartären Sedimenten steht, kombinieren wir den SPT-Aufschluss oft mit einer Korngrößenanalyse aus dem gestörten SPT-Material, um die Klassifikation nach DIN 4022 abzusichern.

In den Terrassenkiesen des Mains erreichen wir mit dem SPT regelmäßig N-Werte über 50 – ein Indikator für sehr dichte Lagerung, der die Gründungstiefe entscheidend reduziert.

Ablauf und Umfang

Unsere SPT-Ausrüstung besteht aus einem automatischen Fallhammer nach DIN EN ISO 22476-3, der exakt 63,5 kg Masse über 76 cm Fallhöhe auf das Gestänge bringt, sowie einer hydraulischen Drehbohranlage auf Raupenfahrwerk, die auch im steilen Gelände des Nerotals standsicher arbeitet. Der SPT wird im Bohrloch mit einem Außendurchmesser von 63,5 mm und einem SPT-Sondiergestänge von 50 mm durchgeführt, wobei wir die Schlagzahlen getrennt für drei 15-cm-Eindringintervalle protokollieren. Der für die Auswertung maßgebende N30-Wert ergibt sich aus der Summe der zweiten und dritten Eindringphase – ein Wert, den wir bei rolligen Böden direkt in die Beziehung zur Lagerungsdichte nach DIN EN 1997-2 setzen und bei bindigen Böden in eine Konsistenzbeurteilung überführen, was in den heterogenen Wiesbadener Schichten mit eingelagerten Tonlinsen des Oligozäns besonders aufschlussreich ist.
SPT (Standard Penetration Test) in Wiesbaden: Normgerechte Baugrunderkundung für den Taunusrand

Standortspezifische Faktoren

Der geologische Untergrund Wiesbadens birgt ein spezifisches Risiko: In den ehemaligen Weinbergslagen des Taunushangs treffen wir auf künstliche Auffüllungen mit Bauschutt und Schlacke, die im SPT-Diagramm durch sprunghafte N-Wert-Änderungen sofort auffallen. Ohne den SPT bliebe diese Inhomogenität unentdeckt, und eine Flachgründung auf solchen Schichten kann zu ungleichmäßigen Setzungen führen, die Risse im aufgehenden Mauerwerk verursachen. Ein weiterer kritischer Punkt ist die Tiefenlage des Grundwassers in der Innenstadt: Mit dem SPT erkennen wir beim plötzlichen Abfall der Schlagzahl unterhalb von 3 Metern Tiefe oft den Übergang in wassergesättigte, auswaschungsgefährdete Feinsande, in denen eine Verflüssigungsanalyse nach Seed & Idriss sinnvoll wird, falls die seismische Aktivität des Oberrheingrabens in der Bemessung zu berücksichtigen ist.

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Video-Überblick

Referenznormen

DIN EN ISO 22476-3 Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Felduntersuchungen – Teil 3: Standard Penetration Test (2005-04), DIN EN 1997-2 Eurocode 7: Entwurf, Berechnung und Bemessung in der Geotechnik – Teil 2: Erkundung und Untersuchung des Baugrunds (2010-10), DIN 4022 Geotechnische Berechnungen – Benennung, Beschreibung und Klassifizierung von Boden und Fels (1987-09), DIN EN ISO 14688-1 Geotechnische Erkundung und Untersuchung – Benennung, Beschreibung und Klassifizierung von Boden – Teil 1: Benennung und Beschreibung (2020-11)

Ergänzende Leistungen

01

SPT-Bohrung mit Kerngewinn

Drehbohrverfahren mit durchgehendem Kerngewinn in den oberen Metern und SPT-Sondierung in Tiefen ab 3 m. Wir dokumentieren den Ansatzpunkt nach Lageplan und übergeben ein Bohrprofil mit N30-Diagramm sowie Bodenansprache nach DIN EN ISO 14688.

02

SPT in Kombination mit Rammsondierung DPH

Für Baugruben in den Hanglagen des Taunus kombinieren wir den SPT mit der schweren Rammsonde (DPH) nach DIN EN ISO 22476-2. Die Schlagzahlen beider Verfahren korrelieren wir und leiten daraus einen abgesicherten Spitzenwiderstand ab.

03

SPT-Auswertung und Gründungsberatung

Wir setzen die N30-Werte in Bemessungsparameter für Streifen- und Einzelfundamente um, einschließlich Setzungsprognose nach DIN 4019. Bei Bedarf ergänzen wir den SPT-Befund mit einer CPT-Sondierung, wenn ein kontinuierliches Spitzendruckprofil ohne Probenahme gefordert ist.

Typische Parameter

ParameterTypischer Wert
Fallmasse (Hammer)63,5 kg ± 0,5 kg
Fallhöhe760 mm ± 10 mm
SondiergestängeAW-Stahl, Ø 50 mm
Bohrlochdurchmesser63,5 mm bis 150 mm
Eindringintervalle3 × 150 mm, N30 aus Summe der letzten 300 mm
Protokollierte WerteN10, N20, N30 je Tiefenstufe
ReferenznormDIN EN ISO 22476-3:2005
EnergieverhältnisEr ≥ 60 % (automatischer Hammer)

Häufig gestellte Fragen

Was kostet ein SPT in Wiesbaden?

Für eine SPT-Bohrung in Wiesbaden müssen Sie mit Kosten zwischen 450 € und 710 € rechnen, abhängig von Bohrtiefe, Zugänglichkeit des Geländes und ob das Bohrloch verrohrt werden muss. In schwer zugänglichen Hanglagen mit Fels im Untergrund kann der Aufwand höher liegen. Ein detailliertes Angebot erhalten Sie nach Einsicht in die Baugrundvorinformationen.

Wie tief wird der SPT in Wiesbaden typischerweise abgeteuft?

Die Bohrtiefe richtet sich nach dem Baugrund und dem Gründungskonzept. In den quartären Kiesen der Mainterrassen erreichen wir mit 6 bis 8 m Tiefe in der Regel die tragfähige Schicht. In den Hanglagen des Taunus mit anstehendem Fels kann der SPT bereits nach 3 bis 4 m beendet sein, sobald der N-Wert über 50 steigt und der Fels erreicht ist.

Kann der SPT bei allen Bodenarten in Wiesbaden eingesetzt werden?

Der SPT eignet sich hervorragend für die sandigen und kiesigen Böden der Mainebene sowie für die verwitterten Schiefer des Taunusvorlandes. Bei sehr groben Kiesen mit Steinen über 60 mm Durchmesser stößt das Verfahren jedoch an Grenzen, weil das Gestänge auf Hindernisse trifft. In solchen Fällen weichen wir auf eine Bohrung mit Kerngewinn oder eine schwere Rammsondierung aus.

Nach welcher Norm wird der SPT durchgeführt?

Unsere SPT-Versuche werden nach DIN EN ISO 22476-3:2005 durchgeführt. Diese Norm legt Geräte, Verfahren und Protokollierung fest. Die Auswertung der N-Werte zur Ableitung von Bodenkennwerten erfolgt nach DIN EN 1997-2 (Eurocode 7). Unser Labor ist nach DIN EN ISO 17025 für die zugehörigen bodenmechanischen Laborversuche akkreditiert.

Standort und Servicegebiet

Wir betreuen Projekte in Wiesbaden und Umgebung.

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