Zwischen dem Schiersteiner Hafen und den Weinbergen von Frauenstein variieren die anstehenden Böden in Wiesbaden auf kürzester Distanz erheblich. Im Hafengebiet dominieren Auffüllungen und sandig-kiesige Rheinsedimente, während in den Hanglagen des Taunus Lösslehm über verwittertem Schiefer ansteht. Diese geologische Vielfalt macht die Kontrolle der Lagerungsdichte beim Wiedereinbau unverzichtbar. Das Sandkegelverfahren nach DIN 18125-2 liefert hier verlässliche Werte direkt auf der Baustelle. Unser labortechnisches Team führt die Versuche seit Jahren auf Baustellen in allen Wiesbadener Stadtteilen durch – von Biebrich über Dotzheim bis in den Aukamm. Ergänzend zur Dichtebestimmung setzen wir bei grobkörnigen Böden den Proctorversuch ein, um den Verdichtungsgrad zu bewerten, und bei bindigen Aushubmaterialien die Korngrößenanalyse zur genauen Klassifikation.
Ein Sandkegelversuch misst nicht die Dichte an sich, sondern das Volumen der entnommenen Grube – und genau diese Präzision zählt.
Ablauf und Umfang
Standortspezifische Faktoren
Im Stadtgebiet Wiesbaden sind die quartären Lockergesteine unterhalb der Oberkante Gelände häufig nur mäßig verdichtet – natürliche Lagerungsdichten von 1,65 g/cm³ bei sandig-kiesigen Terrassenablagerungen sind keine Seltenheit. Wird hier ohne begleitende Felddichtemessung wiederverfüllt, entstehen Setzungen, die sich erst Monate später an der Straßenoberfläche oder an Bauwerksanschlüssen zeigen. Besonders kritisch sind die Auenlehme entlang des Salzbachs und der Kellerskopf-Hänge: Schon geringe Abweichungen vom geforderten Verdichtungsgrad DPr ≥ 98 % führen bei Niederschlagseintrag zu differenziellen Setzungen. Unsere Protokolle dokumentieren jede Einzelmessung mit Koordinaten und Höhenbezug, sodass der Erdbautechniker sofort nachsteuern kann. In der Nähe der Thermalquellen im Quellenviertel, wo die Bodenfeuchte dauerhaft erhöht ist, achten wir zusätzlich auf einen konstanten Wassergehalt während des Versuchs, um Fehlinterpretationen der Trockendichte zu vermeiden.
Referenznormen
DIN 18125-2:2020-11 (Baugrund, Versuche und Versuchsgeräte - Dichtebestimmung - Teil 2: Sandkegelverfahren), DIN EN ISO/IEC 17025 (Allgemeine Anforderungen an die Kompetenz von Prüf- und Kalibrierlaboratorien), DIN EN 1097-6 (Prüfverfahren für mechanische und physikalische Eigenschaften von Gesteinskörnungen - Bestimmung der Rohdichte und der Wasseraufnahme), ZTV E-StB 17 (Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen und Richtlinien für Erdarbeiten im Straßenbau)
Ergänzende Leistungen
Feldversuch Sandkegel DIN 18125-2
Kalibrierung des Gerätes, Entnahme der Bodenprobe, Volumenbestimmung mittels Sandersatz, Wägung vor Ort und Bestimmung der Trockendichte im Labor. Dokumentation mit Lageplan und Messprotokoll.
Verdichtungskontrolle Erdbau
Berechnung des Verdichtungsgrades DPr durch Referenz auf die Proctordichte. Statistische Auswertung nach ZTV E-StB für Lose im Erd- und Straßenbau.
Prüfberatung und QS-Begleitung
Beratung zur Messstellenauswahl, Festlegung des Prüfrasters und Sofortbewertung auf der Baustelle, damit bei Abweichungen direkt nachverdichtet werden kann.
Typische Parameter
Häufig gestellte Fragen
Was kostet ein Sandkegelversuch in Wiesbaden?
Ein einzelner Dichtebestimmungsversuch mit dem Sandkegelverfahren nach DIN 18125-2 liegt in Wiesbaden bei etwa €100 bis €110. Der Preis umfasst die Kalibrierung, die Feldmessung und die labortechnische Auswertung. Bei größeren Prüfumfängen ab 20 Versuchen erstellen wir ein angepasstes Angebot.
Wann ist das Sandkegelverfahren dem Ballonverfahren vorzuziehen?
Das Sandkegelverfahren ist besonders bei feinkörnigen, bindigen Böden sowie bei scharfkantigem Schotter präziser, da der Sand die Grubenkontur vollständig ausformt. In Wiesbaden setzen wir es bevorzugt bei verdichteten Lösslehmen und verwittertem Schiefer ein, wo das Ballonverfahren durch Kantenpressung fehlerbehaftet wäre.
Wie viele Einzelversuche sind pro Prüffeld nötig?
Die ZTV E-StB 17 gibt in Tabelle 7 ein Prüfraster vor, das je nach Bodenklasse und Bauweise variiert. Für Planumsprüfungen im Straßenbau sind in der Regel 1 Versuch pro 500 m² und Lage durchzuführen. Bei kleinteiligen Baugruben in der Wiesbadener Innenstadt verdichten wir das Raster auf 1 Versuch pro 250 m², um die örtliche Heterogenität sicher zu erfassen.
